Der Dähler Born

Auch der "Dähler Born" in Ehrenbreitstein hat eine lange Geschichte.
In älteren Zeiten hieß er
"Schwalborn" nach den Besitzern: den Junkern von Schwalborn, die mit dem Geschlecht der Helfensteiner verwandt und Burgmänner auf Ehrenbreitstein waren. In einer ersten Urkunde aus dem Jahre 1584 berichtet der Schreiber Jakob Theodor mit Namen von einem herrlichen, vortrefflichen Sauerbrunnen, der unterhalb der Festung Ehrenbreitstein im Thal entspringe.

Schon damals sei das Wasser so geschätzt gewesen, daß man es in Krügen nach Koblenz gefahren habe, was aber - so heißt es dort - den Ärzten und Apothekern nicht gefiel, "da es die Leute bei guter Gesundheit erhielt".
Wie der Sauerbrunnen in den Besitz der Gemeinde kam, ist nicht festzustellen. Zeitweise muß er für sie eine gute Einnahmequelle gewesen sein. Zur Zeit des Festungsbaues 1820/1821 habe der Pachtzins 5000 fl. (Florin, Gulden) betragen.

Die Absatzmöglichkeiten des Sauerbrunnens waren immer auf den Stadtbezirk beschränkt. Noch in den dreißiger Jahren kam der Wagen mit den Krügen nach Koblenz, wie sonst hätten die Verse entstehen können:

Der Bornskrug giht von Schniß zu Schniß,
Zuerst dä Pitter un dann dat Liß.

Sicherlich eng verbunden mit dem Vorhandensein des Sauerbrunnens im Thal ist die kurze Episode einer Quellenbohrung in Ehrenbreitstein. Der Geologe Leopold von Buch weilte im August 1834 im Thal und hatte, aufgrund seiner Feststellung, das ganze Gebirge zwischen Koblenz und Frankfurt sei als Sitz heißer, unterirdischer Quellen anzusehen, wissen lassen, daß es "durchaus möglich, ja wahrscheinlich sei, in oder bei Ehrenbreitstein eine dem Emser Thermalwasser ähnliche Quelle zu erschließen" (Bericht des Dr. A. Erlenmeyer). 17 Jahre lang dauerten die Bemühungen der Aktionäre und der Gemeinde, dann "wurden die Hoffnungen zu Grabe getragen". Wie hoch das allgemeine Interesse an den Bohrversuchen gewesen sein muß, bezeugt auch der Besuch eines Alexander von Humboldt in Ehrenbreitstein. Er hatte sich mit Herrn von Mendelssohn aus Horchheim am 19. August 1845 an der Bohrkaue eingefunden.
Uns bleibt nur die Erinnerung und der "Dähler Born", den die Stadt 1970 wieder herrichten ließ.
EF